rosenliebe-titel

von Dagmar Gelny

Es wurde still. Alle Augen waren auf den Eingang der Höhle gerichtet.
Die Wolke versuchte die Sonnenstrahlen ein wenig zu dämpfen, damit die Elfe nicht geblendet werde.
Und jetzt kam sie, vorsichtig um sich blickend. Mit unsichern Schritten trat sie ins Sonnenlicht.
Jetzt stellte sie sich auf die Zehenspitzen und streckte ihre zierlichen Ärmchen in die Höhe. Und dann begann sie zu tanzen. Erst eine kleine Drehung nach links, dann nach rechts, drei Schritte vor, zwei zurück. Und mit den ersten Schritten ihres ersten Elfentanzes begannen sich ihre Flügel zu entfalten. Erst waren sie ganz klein und farblos. Aber mit jedem Schritt, mit jeder Drehung wurden ihre Flügel größer. Sie begannen zu glänzen und zu schillern wie Perlmutt. Langsam, ganz langsam begannen sich jetzt die Flügel zu färben. Erst war es ein ganz blasses himmelblau, das wurde dann immer kräftiger und wunderschön anzusehen. Ein staunendes und bewunderndes Ah und Oh war ringsum zu hören.
„Wie schön! , riefen einige, und die Tiere sangen „wir haben wieder eine blaue Elfe, eine blaue Elfe haben wir!“ , nahmen sich an den Händen und tanzten im Kreis. Einige ältere Waldbewohner schickten sich schon an, heimzugehen.
Aber was war das??
Das Blau bekam plötzlich einen leicht violetten Schimmer. Die Flügel der Elfe veränderten ihre Farbe noch immer!
Die kleine Elfe gewann mit jedem Schritt und mit jedem Flügelschlag mehr Sicherheit. Fröhlich hob sie sich in die Luft und die Sonne spiegelte sich tausendfach im Glanz ihrer Flügel. Gebannt sahen ihr die Waldbewohner zu, die Ahs und Ohs wollten kein Ende nehmen. Und ganz langsam, fast unmerklich, veränderte sich die Farbe ihrer Flügel weiter.
Und als die Sonne zu sinken begann, schillerten die Flügel in wunderschönem Rot und Grün.
Mit dem letzten Sonnenstrahl huschte die Elfe wieder in ihre Höhle und schlief sofort ein.
 

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